Reichweitendienst von Hand anlegen: das Formular und der eine Haken, nach dem gefragt wird
Ein Reichweitendienst ist kein Produkt mit Ziel-URL. Eigener Bildschirm, keine Varianten, kein Garantiefeld, keine Freigabe, keine Obergrenze. Und genau ein Kontrollkästchen entscheidet, ob Ihr Angebot der deutschen Nachfrage überhaupt entspricht.
Michael Chen
Wenn Sie versucht haben, einen Reichweitendienst über das Produktformular anzulegen, ist das der Grund, warum es nicht ging. Ein Reichweitendienst ist kein Produkt. Er ist ein eigener Datensatz auf einem eigenen Bildschirm, und fast nichts, was Sie vom Einstellen von Konten kennen, gilt hier weiter.
Vier Unterschiede entscheiden alles Weitere:
- Keine Varianten. Ein Dienst hat genau einen Preis, und der gilt je tausend Einheiten.
- Kein Garantiefeld. Jede Bestellung auf einen Reichweitendienst trägt dieselbe feste Frist, und Sie können sie nicht ändern.
- Keine Freigabe. Der Dienst ist in dem Moment aktiv, in dem Sie ihn anlegen.
- Keine Obergrenze. Produkte sind je Verkäuferstufe gedeckelt. Reichweitendienste sind ausdrücklich ausgenommen.
Der Bildschirm
In der Seitenleiste der Verkäuferoberfläche heißt die Gruppe SMM Panel und der Eintrag Services, zu finden unter /supplier/smm-services. Die Überschrift lautet „SMM Services", darunter steht „Manage your manual and imported SMM services", und rechts sitzt die Schaltfläche Create Service. Sie öffnet ein Fenster mit dem Titel Create Manual Service.
Die Beschriftungen laufen durch eine Übersetzungsschicht, Sie sehen sie also je nach Spracheinstellung auch auf Deutsch. Die englischen Zeichenketten stehen hier trotzdem dabei, weil sie das Feld eindeutig benennen und sich nicht ändern.
Die beiden Nachbareinträge derselben Gruppe, SMM Providers und Import Services, sind die andere Hälfte der Geschichte: Damit holen Sie einen fremden Katalog im Ganzen herein. Diese Anleitung behandelt den Weg von Hand, bei dem Sie einen einzelnen Dienst selbst eintippen.
Die sechs Pflichtfelder
Alles mit Sternchen, in der Reihenfolge des Formulars.
- Service Name. Bis 200 Zeichen. Auf diesem Regal ist der Name kein Titel, sondern ein Datenblatt: Die eingestellten Dienste tragen Herkunft, Tagesgeschwindigkeit, Startverzögerung und die Nachlieferbedingungen alle im Namen.
- Service Type. Drei Werte, und das Formular sagt jeweils selbst, was der Käufer dann angeben muss. Default: Link und Menge. Custom Comments: Link und die Kommentartexte. Subscriptions: Benutzername sowie Mindest- und Höchstmenge samt Verzögerung.
- Platform. Auswahlliste aus der laufenden Plattformliste, also derselbe Satz, den Käufer durchblättern.
- Category. Freitext oder eine Ihrer bestehenden eigenen Kategorien. Das ist die Gruppierung auf der Verkaufsseite, also formulieren Sie sie wie alles andere, was Sie auf derselben Plattform anbieten.
- Price per 1000. Kein Stückpreis. Das gesamte Regal ist je tausend ausgezeichnet, und ein Käufer, der Sie gegen neun andere Anbieter hält, liest diese Zahl unmittelbar ab.
- Min Purchase Quantity und Max Quantity. Ganze Zahlen, beide Pflicht bei einem Dienst von Hand. Die Höchstmenge ist nur dann entbehrlich, wenn der Dienst an einen vorgelagerten Anbieter gekoppelt ist.
Freiwillig, aber sinnvoll: eine Beschreibung bis 2.000 Zeichen, eine FontAwesome-Symbolklasse mit Farbwert und eine Anzeigereihenfolge, bei der die kleinere Zahl weiter oben steht.
Drei Kontrollkästchen, und die deutsche Nachfrage will genau eines davon
Unter den Preisfeldern sitzen Refill Available, Cancel Allowed und Drip-feed Supported. Sie sehen aus wie Nebensachen. Sie sind die einzigen strukturierten Zusagen auf diesem Regal, nach denen ein Käufer überhaupt filtern kann.
Und es gibt einen harten Grund, gerade das erste ernst zu nehmen. Wer auf Deutsch nach dem Kauf von Reichweite sucht, bekommt zu „instagram follower kaufen" eine einzige Vervollständigung, und die lautet „refill". Das ist der gesamte deutschsprachige Zusatzwunsch zu diesem Markt. Ein Wort.
Gemessen über die 30.119 derzeit aktiven Dienste ist genau dieses Wort das seltenste:
- Nachlieferung: 2.668 Dienste, also rund jeder elfte. Von den 33 Plattformnamen mit mindestens zwanzig Diensten gibt es zwölf, auf denen kein einziges Angebot sie zusagt, darunter Kick, SoundCloud, Pinterest, Rumble und Deezer.
- Zeitversetzte Lieferung: 11.578 Dienste, gut achtunddreißig Prozent.
- Stornierung erlaubt: 12.772 Dienste, gut zweiundvierzig Prozent.
Ein Preisaufschlag für Nachlieferung lässt sich auf diesem Bestand allerdings nicht belegen. Wir haben zweimal unabhängig danach gesucht, einmal über Paare desselben Anbieters mit identischem Namen bis auf die Nachlieferklausel, einmal über eine unschärfere Zuordnung. Beide Läufe ergeben keinen Aufschlag, der zweite sogar einen leichten Abschlag. Wer hier eine Zahl nennt, hat sie nicht gemessen.
Was bleibt, ist die Knappheit, und die ist real. Wer den Haken setzt, steht in einer Minderheit, an der die einzige deutschsprachige Nachfrage dieses Marktes hängt. Wer ihn setzt, ohne liefern zu können, handelt sich dagegen genau die Tickets ein, um die es bei Reichweitendiensten geht: Nachlieferung und Stornierung sind die beiden Themen, zu denen geschrieben wird.
Die drei Tage, die Sie nicht einstellen können
Es gibt kein Garantiefeld in diesem Formular, weil es nichts zu setzen gibt. Jede Bestellung auf einen Reichweitendienst trägt genau drei Tage ab Lieferung, fest im Programmcode, für jeden Dienst auf der Website gleich. Sie können sie weder verkürzen noch verlängern.
Das gilt für Dienste aus diesem Formular, nicht für Kontenangebote, die in der Kategorie Social Media Services stehen. Die sind Produkte und tragen eine eigene, vom Verkäufer je Angebot gesetzte Garantie, die auf diesem Regal deutlich kürzer ausfällt. Wer beides anbietet, sollte die Annahmen strikt getrennt halten.
Was beim Anlegen passiert, und was nicht
Die Schaltfläche heißt Create Service. Es gibt keinen Entwurfszustand, keinen Wartezustand und keine Freigabe. Der Datensatz wird aktiv angelegt und ist sofort für den öffentlichen Katalog vorgesehen, unter einer Bedingung, die leicht übersehen wird: Ihr Shop muss aktiv und gelistet sein. Ein Dienst eines Anbieters ohne gelisteten Shop existiert in Ihrer Übersicht und sonst nirgends.
Ein Auswahlfeld Product Type mit den Werten Manual und Auto gibt es zwar, aber es erscheint nur, wenn der Service Type auf Subscriptions steht. In allen anderen Fällen wird das Feld gar nicht angezeigt und der Datensatz als „manuell" angelegt, was genau richtig ist, wenn Sie von Hand oder über Ihre eigene Anbindung liefern. Auto verpflichtet Sie dagegen auf einen vorgelagerten Anbieter samt dessen Dienstkennung, und die Höchstmenge kommt dann aus dessen Konfiguration statt aus Ihrer Eingabe.
Und anders als Produkte zählen Reichweitendienste nicht gegen Ihr Angebotskontingent. Die Fehlermeldung der Obergrenze sagt das ausdrücklich, wenn Sie einmal dagegen laufen. Hundert Dienste kosten Sie null Produktplätze.
Von Hand ist selten, und darin liegt der ganze Sinn
Bevor Sie einen Nachmittag investieren, die nüchternen Zahlen. Von den 30.119 sichtbaren Reichweitendiensten sind dreißig von Hand angelegt. Die übrigen 30.089 kamen über Anbieterimporte herein. Auf der Bestellseite gehen in der gesamten Geschichte der Website drei abgeschlossene Bestellungen auf einen von Hand angelegten Dienst zurück, gegenüber 4.755 auf importierte.
Beide Lesarten davon stimmen. So ist dieser Katalog nicht gewachsen, also erwarten Sie nicht den Zulauf, den ein importierter Katalog allein über die Masse bekommt. Ein importierter Katalog ist aber auch genau das, was jeder andere Anbieter hier hat: Elf Betreiber teilen sich diesen Bestand, auf den großen Plattformen hält der jeweils größte zwischen zwanzig und über fünfzig Prozent, und die Namen überschneiden sich entsprechend. Ein von Hand geschriebener Dienst, der etwas Bestimmtes benennt, das die importierten Kataloge nicht führen, ist das Einzige auf diesem Regal, das keine Massenware ist.
Wo Ihr Dienst auftaucht, und der Parameter, der ihn verbirgt
Öffentlich erscheinen die Dienste unter Reichweitendienste, mit eigenen Seiten je Plattform wie der Instagram-Seite.
Wenn Sie oder Ihr Entwickler den Katalog über die öffentliche Schnittstelle lesen, entscheidet ein einziger Parameter darüber, ob Sie das Regal sehen oder eine Ecke davon. Ohne merge=all liefern die Dienstendpunkte nur den Ausschnitt eines einzigen Anbieters. Am laufenden Bestand gemessen sind das 786 von 30.119 Diensten, also etwa jeder achtunddreißigste, verteilt auf vierzehn der sechsunddreißig Plattformnamen.
Eine Anbindung, die den Parameter weglässt, kommt also zu dem Schluss, der Katalog sei klein, die meisten Plattformen gebe es nicht und die gefundene Preisspanne sei repräsentativ. Nichts davon stimmt. Die Seiten dieser Website selbst setzen merge=all; alles, was Sie bauen, sollte es ebenfalls tun.
Vor dem Anlegen
- Benennen Sie den Dienst so, wie das Regal es tut: Plattform, was geliefert wird, Herkunft falls sie zählt, Geschwindigkeit, Nachlieferbedingung.
- Setzen Sie den Preis je tausend und vergleichen Sie ihn mit dem, was auf derselben Plattform sonst steht, nicht mit Ihren Kosten.
- Mindest- und Höchstmenge ehrlich setzen. Beides sind harte Grenzen an der Kasse.
- Nur Haken setzen, die Sie halten. Die Nachlieferung ist die knappste Zusage auf dem Regal und zugleich die einzige, nach der auf Deutsch gefragt wird.
- Prüfen, ob Ihr Shop aktiv und gelistet ist, sonst bleibt der Dienst außerhalb Ihrer eigenen Übersicht unsichtbar.
Was Käufer unter Nachlieferung verstehen und was sie ihnen nicht sagt, steht unter echte gegen gekaufte Follower. Wenn Sie daneben Konten einstellen, gelten dort fast durchweg andere Regeln, und die stehen im Leitfaden zur Produktverwaltung. Für die Abwicklung über die Schnittstelle siehe den Leitfaden zur Bestellabwicklung.



