Varianten statt Produktpreis: warum dieses Formular anders funktioniert als Shopware
Wer auf Deutsch nach dem Anlegen von Varianten sucht, landet bei Shopware und Shopify. Dort hat das Produkt einen Preis und Varianten sind freiwillig. Hier ist es genau umgekehrt, und daran scheitern die meisten ersten Angebote.
Sarah JohnsonDie deutschsprachige Suche zum Anlegen von Varianten kennt genau zwei Antworten, und beide heißen nach einem Shopsystem: Shopware und Shopify. Wer von dort kommt, bringt ein Modell mit, das hier nicht stimmt.
In einem Shopsystem hat das Produkt einen Preis, und Varianten sind eine freiwillige Verfeinerung. Auf dieser Plattform ist es umgekehrt: Das Produkt hat überhaupt keinen Preis, und ohne mindestens eine Variante lässt es sich nicht speichern. An dieser einen Umkehrung scheitern die meisten ersten Angebote, und alles Weitere in diesem Formular folgt daraus.
Welche vier Felder später die Tickets erzeugen und was in die Beschreibung gehört, steht unter Produkt einstellen. Diese Seite behandelt den Variantenblock, den Bestand nach dem Start und die Felder, die Sie gar nicht setzen können.
Wo der Preis tatsächlich sitzt
Es gibt kein Preisfeld am Produkt, weder im Formular noch in den Daten. Was Sie setzen, ist der Preis je Variante, und die Zahl, die auf der Verkaufsseite erscheint, ist die günstigste aktive Variante.
Das hat eine Folge, die regelmäßig überrascht: Schalten Sie Ihre teuerste Variante ab, ändert sich sichtbar nichts. Schalten Sie die günstigste ab, springt das ganze Angebot scheinbar im Preis nach oben, obwohl Sie keinen Preis angefasst haben. Wer eine Variante ausverkauft und deaktiviert, hat damit unabsichtlich das Angebot umgepreist.
Der Block heißt Product Variants (Subproducts), die Schaltfläche darunter Add Subproduct Variant. Die Beschriftungen laufen durch eine Übersetzungsschicht, Sie sehen sie je nach Spracheinstellung also auch auf Deutsch; die englischen Zeichenketten stehen hier dabei, weil sie das Feld eindeutig benennen. Die Felder:
- Variant Name, freiwillig. Bleibt es leer, greift der Quellname.
- Price, Pflicht, und die einzige Stelle, an der überhaupt ein Preis existiert.
- Minimum Purchase Quantity, Vorgabe 1. Das ist eine Untergrenze für die Bestellung, keine Bestandsangabe.
- Stock, sichtbar bei den Typen „manuell" und „automatisch", wo es eine Zahl ist, die Sie selbst pflegen.
- Base Stock, nur beim Typ „aus Bestand", wo es zur Anzeige auf den echten Bestand aufgeschlagen wird.
- Short Description, freiwillig, wird Käufern beim Vergleich der Varianten angezeigt.
Ein Feld namens „Min Base" gibt es nirgends. Wer danach sucht, meint entweder die Mindestbestellmenge oder den Anzeigezuschlag, und die beiden tun genau entgegengesetzte Dinge.
Varianten lohnen sich dort, wo dieselbe Ware in Bändern kommt, die sich unterschiedlich bepreisen lassen: Registrierungsjahr, Region, ob ein Postfach enthalten ist. Denken Sie dabei in Vielfachen Ihrer eigenen günstigsten Zeile, denn genau die sehen Käufer zuerst, und alles darüber liest sich als Aufschlag darauf. Eine Warnung aus den Regaldaten: Ein Altersaufschlag ist hier keine marktweite Größe. Nach Verkäufern aufgeschlüsselt verlangen manche Anbieter für ein genanntes Registrierungsjahr ein Vielfaches ihres eigenen Grundpreises und andere weniger als ihren eigenen Grundpreis für dieselbe Angabe. Welches Vielfache Sie halten können, müssen Sie selbst herausfinden; abschreiben lässt es sich vom Regal nicht.
Simple Mode oder Advance Mode, und was die Wahl kostet
Aus Ihrer Produktliste öffnet Add New das Formular unter /supplier/products/add. Es startet im Simple Mode, und ein Schalter führt in den Advance Mode.
Der Simple Mode zeigt sieben Felder: Kategorie, Unterkategorie, Produktname, Stückpreis, Grundbestand, ein Feld für die Zugänge und ein Bild. Er ist schnell und trifft zwei Entscheidungen für Sie: Er legt die Erfüllungsart fest auf „aus Bestand", und er erzeugt im Hintergrund eine einzelne Variante. Wenn Sie vorbereitete Ware verkaufen, ist das die richtige Form und Sie sind fertig.
Der Advance Mode ist der Rest: Erfüllungsart, Anbieter, vollständige Beschreibung, Garantie, der Variantenblock, Kassenoptionen, FAQ und Suchmaschinenangaben. Er verlangt zusätzlich, dass die Beschreibung vor dem Absenden ins Englische übersetzt wird. Alles, was nicht schlichte Bestandsware ist, braucht diesen Modus.
Drei Erfüllungsarten, und eine davon bekommen Sie gar nicht zu sehen
Das Auswahlfeld Product Type im Advance Mode entscheidet über den Rest des Angebots. Die drei Werte mit den Beschreibungen der Plattform:
- Inventory, „Auto-fulfill from uploaded accounts". Sie laden Zugänge vorab hoch, der Bestand ist das Unverkaufte, Bestellungen bedienen sich selbst.
- Manual, „Manually upload accounts after order". Der Bestand ist eine Zahl, die Sie setzen. Eine Bestellung wartet in Bearbeitung, bis Sie liefern, von Hand oder über die Schnittstelle.
- Auto, „Managed via auto API". Bestand und Lieferung kommen beide aus einer externen Anbindung.
Der dritte Wert ist für die meisten Konten nicht nur ausgegraut, sondern wird gar nicht erst gezeichnet. Er erscheint ausschließlich bei Verwaltungskonten und bei Anbietern mit Vertrauensstatus, und seine Wahl blendet ein Pflichtfeld für die Quelladresse ein.
Zur Größenordnung, gerechnet über alle 34.738 Produktdatensätze der Website und nicht nur über die sichtbaren: automatisch 29.690, aus Bestand 3.259, von Hand 1.789. Die beiden Arten, die jede Anleitung beschreibt, sind zusammen die kleinere Hälfte der kleineren Hälfte.
Was beim Veröffentlichen der Reihe nach geprüft wird
Die beiden Schaltflächen heißen Publish Product und Save Draft. Beim Veröffentlichen läuft eine Kette, die Sie nicht sehen:
- Abonnement. Produkte anlegen setzt ein aktives Verkäuferabonnement voraus.
- Varianten. Mindestens eine, jede mit Namen, einer Zahl als Preis und einer Zahl als Bestand. Bei manuellen Varianten gilt zusätzlich eine Obergrenze je Variante.
- Typberechtigung. Von Hand und aus Bestand für alle, automatisch nur mit Vertrauensstatus.
- Angebotskontingent. Ein Grundkontingent plus ein Zuschlag je Verkäuferstufe plus etwaige Bonusplätze. Anbieter mit Vertrauensstatus sind ungedeckelt, und Reichweitendienste zählen überhaupt nicht dagegen, was die Fehlermeldung ausdrücklich sagt.
- Garantieuntergrenze. Ein leeres Garantiefeld ergibt keine großzügige Vorgabe, sondern einen abgelehnten Speichervorgang: Der Rückfallwert liegt weit unter der Untergrenze, und die Untergrenze weist ihn ab. Tippen Sie eine Zahl. Wie hoch sie sinnvollerweise ist, steht im Beitrag zum Einstellen.
- Freigabe. Zuerst wird ein websiteweiter Schalter für automatische Freigabe geprüft, dann Ihr eigenes Kennzeichen, sonst landet das Produkt auf „wartend". Der websiteweite Schalter steht derzeit auf an. Bauen Sie darauf keinen Ablauf, es ist eine Einstellung und sie kann umgelegt werden.
Ein wartendes Produkt ist zugleich ein inaktives, es taucht also nirgends auf, bis es freigegeben ist. Und wenn Sie beim Anlegen bereits Bestand hochgeladen haben, läuft dieser Import als Hintergrundauftrag statt sofort, der Bestand kann also auch nach einem erfolgreichen Speichern einen Moment brauchen.
Bestand nach dem Start
Bei einem Bestandsprodukt ist der Bestand abgeleitet und nicht erklärt. Er ist die Anzahl der Zeilen im unverkauften Zustand, Hochladen hebt ihn, Verkaufen senkt ihn, und es gibt nichts von Hand abzugleichen. Zugänge fügen Sie zeilenweise ein oder laden eine Textdatei mit einer Zeile je Einheit hoch. Verbreitet ist, Postfach, Passwort und einen etwaigen Schlüssel für die zweite Stufe mit senkrechten Strichen zu trennen, aber die Plattform wertet die Zeile nicht aus: Sie wird unverändert gespeichert, und was Ihre Beschreibung zusagt, ist das, was der Käufer darin erwartet.
Bestandszeilen kennen fünf Zustände, nicht vier. Verfügbar und verkauft sind die naheliegenden. „Reserviert" deckt eine Zeile ab, die für eine laufende Bestellung gehalten wird. „Deaktiviert" deckt eine Zeile ab, die Sie oder der Support herausgenommen haben. Und „ersetzt" kennzeichnet eine Zeile, die im Rahmen eines Nachbetreuungsfalls ausgetauscht wurde. Wenn Sie Ihren eigenen Bestand zählen, ist eine ersetzte Zeile weder verfügbar noch ein regulärer Verkauf und sollte auch nicht als eines von beidem gebucht werden.
Base Stock ist eine reine Anzeigezahl, die auf den echten Bestand aufgeschlagen wird. Tausend als Grundwert über fünfzig echten Zeilen zeigt eintausendfünfzig an. Kaufbar sind die fünfzig. Es ist ein Signal an Mengenkäufer und keine Bestandsangabe, und wer es weit über das Lieferbare setzt, erzeugt abgebrochene Bestellvorgänge statt Bestellungen.
Bei einem manuellen Produkt ist der Bestand eine Zahl, die Sie tippen, und sie sinkt mit eingehenden Bestellungen. Sie ist eine Zusage und keine Messung, braucht also Aufmerksamkeit, die ein abgeleiteter Bestand nicht braucht.
Eine Zählwarnung, falls Sie Verkaufszahlen je Variante zur Nachbestellung heranziehen: Der Zähler je Variante geht ausschließlich nach oben. Er wird für eine Erstattung oder einen Ersatz nie zurückgesetzt, ist also eine Bruttozahl über die gesamte Laufzeit und keine Nettozahl.
Zwei Felder, die Sie nicht setzen können
Käufer bitten Verkäufer gelegentlich, ein Angebot auf Handlieferung umzustellen oder statt einer Liste eine Datei zu liefern. Beides geht nicht.
Die Lieferart steht nicht im Formular. Sie existiert im Datenmodell mit den zwei Werten „sofort" und „von Hand", aber es gibt in der Verkäuferoberfläche nirgends eine Eingabe dafür, und alle 34.738 Produktdatensätze der Website stehen auf „sofort". Eine Handlieferung als Zusage an den Käufer gibt es hier nicht.
Das Zugangsformat hat zwar eine Bedienung, das Auswahlpaar Liste und Datei unter „Upload Inventory", aber jeder einzelne Produktdatensatz der Website ist als Liste gespeichert. Der Dateiweg ist vorhanden und nach dem aktuellen Befund unbenutzt.
Wenn Ihr Angebotstext eines von beiden verspricht, verspricht er etwas, das die Plattform derzeit nicht ausdrückt.
Welche Art, nach den Zahlen
Der übliche Vergleich stellt „von Hand" als den langsamen Weg dar. Über die abgeschlossenen Bestellungen dieser Website stimmt das nur für den Ausläufer.
| Frage | Aus Bestand | Von Hand | Automatisch |
|---|---|---|---|
| Woher der Bestand kommt | Gezählt aus unverkauften Zeilen | Eine Zahl, die Sie tippen | Aus einer externen Anbindung |
| Wer liefert | Niemand, es läuft von selbst | Sie, nach der Bestellung | Ihre Anbindung |
| Wer den Typ wählen darf | Jeder Verkäufer | Jeder Verkäufer | Vertrauensstatus und Verwaltung |
| Abgeschlossene Bestellungen | 28.900 | 6.651 | 48.576 |
| Mittlere Zeit bis zum Abschluss | unter einer Sekunde | unter dreißig Sekunden | unter einer Minute |
| Langsamstes Zehntel | praktisch keines | rund achteinhalb Stunden | gut zwei Minuten |
| Anteil über einem Tag | 0,5 Prozent | 2,3 Prozent | 0,2 Prozent |
Die dreißig Sekunden in der Mitte sind kein Tippfehler und auch keine Freundlichkeit der Plattform. Sie sind das, was passiert, wenn die Anbieter mit Volumen auf manuellen Angeboten die Bestellschnittstelle im kurzen Takt abfragen, statt auf eine Oberfläche zu schauen. Der Unterschied liegt im Ausläufer: Etwa jede vierzigste manuelle Bestellung braucht länger als einen Tag, gegenüber praktisch keiner aus dem Bestand.
Wählen Sie also „von Hand" dann, wenn die Ware wirklich je Bestellung erzeugt werden muss, und binden Sie die Schnittstelle vom ersten Tag an ein. Wählen Sie „aus Bestand", wenn Sie vorbereiten können, was meistens der Fall ist und außerdem das Einzige, was der Simple Mode Ihnen gibt.
Kurzfassung
- Advance Mode, außer bei schlichter vorbereiteter Ware.
- Mindestens eine Variante mit Preis, weil das Produkt selbst keinen hat.
- Die günstigste aktive Variante ist der angezeigte Preis. Deaktivieren preist um.
- Garantie in Stunden eintippen. Leer ist eine Ablehnung, keine Vorgabe.
- Base Stock ist Anzeige. Verkaufszähler gehen nie zurück. Ersetzte Zeilen sind weder Bestand noch Verkauf.
Die Abwicklung über die Schnittstelle steht im Leitfaden zur Bestellabwicklung, die Freigabewarteschlange unter Angebote veröffentlichen und die Stufenwirkung unter Verkäuferstufen. Reichweitendienste folgen völlig anderen Regeln und stehen unter Reichweitendienst von Hand anlegen.



