Facebook-Profil sperren: die Funktion gibt es hier vermutlich nicht, ihre Wirkung schon
Deutschland, Österreich und Schweiz stehen als eigene Suchvorschläge dahinter, und das aus gutem Grund: Meta bietet die Profilsperre nur in bestimmten Ländern an. Wie Sie jeden einzelnen ihrer Effekte trotzdem bekommen.
Michael ChenUnter „facebook profil sperren“ stehen auf Deutsch drei Ländernamen: Deutschland, Österreich und Schweiz. Das sind keine Zufallsvorschläge, sondern Menschen, die prüfen, ob es diese Funktion bei ihnen überhaupt gibt. Die Antwort steht in der Hilfe von Meta selbst, und sie ist unbequem: Die Funktion ist derzeit nur für bestimmte Regionen freigeschaltet, und nur Nutzer in einigen Ländern können ihr Profil sperren.
Eine positive Länderliste veröffentlicht Meta nicht, deshalb behaupten wir auch keine. Die Aufzählungen, die in unabhängigen Berichten kursieren, nennen unter anderem Indien, Bangladesch, die Region Naher Osten und Nordafrika, Australien, Neuseeland, die Türkei und die Ukraine. Deutschland, Österreich und die Schweiz kommen darin nicht vor. Verbindlich ist ohnehin nur eines: ob der Punkt in Ihrem eigenen Menü steht. Sehen Sie in Ihrem Profil unter den drei Punkten neben dem Bearbeiten-Knopf nach. Steht er dort nicht, liegt es nicht an Ihnen.
Erst einmal die Wortverwirrung auflösen
„Sperren“ bedeutet auf Deutsch in diesem Zusammenhang mindestens fünf verschiedene Dinge, und die Suchvorschläge fragen alle fünf gleichzeitig:
- Die Profilsperre von Meta. Eine einzelne Umschaltung, die mehrere Einstellungen auf einmal setzt. Darum geht es hier.
- Für Fremde oder Nicht-Freunde unsichtbar machen. Genau die Wirkung der Sperre, aber über einzelne Einstellungen erreichbar, und die gibt es überall.
- Für bestimmte Personen sperren. Das ist Blockieren oder Einschränken und hat mit der Profilsperre nichts zu tun.
- Das eigene Konto vorübergehend stilllegen. Die Deaktivierung, ein völlig anderer Vorgang.
- Ein fremdes Profil sperren lassen, oder von Meta gesperrt worden sein. Wieder etwas anderes.
Der Rest dieser Seite geht die relevanten davon der Reihe nach durch.
Was die Sperre tut, und wie Sie jeden Effekt einzeln bekommen
Meta beschreibt die Wirkung ausdrücklich, und das ist der Schlüssel: Jeder einzelne Punkt lässt sich auch ohne die Funktion herstellen. Die Sperre ist eine Abkürzung, kein exklusives Können.
Fotos und Beiträge sehen nur noch Freunde, und zwar auch die alten. Nachzubauen mit zwei Einstellungen, die zusammengehören. Erstens die Zielgruppe künftiger Beiträge auf Freunde stellen. Zweitens, und das ist der wichtigere, die Funktion zum Einschränken früherer Beiträge benutzen: Sie stellt alle jemals öffentlich geteilten Beiträge in einem Durchgang auf Freunde um. Diese zweite Einstellung ist das, was die Sperre eigentlich leistet, und sie wird fast immer vergessen, weil sie tief in den Privatsphäre-Einstellungen sitzt und nicht neben der Zielgruppenauswahl.
Das Profil- und Titelbild ist für Fremde nicht mehr in voller Auflösung zu sehen. Das ist die Antwort auf den deutschen Vorschlag „profilbild schützen“. Wichtig ist zu verstehen, was hier geschützt wird und was nicht: Ein kleines Vorschaubild bleibt immer sichtbar, weil man Sie sonst in einer Freundschaftsanfrage nicht erkennen könnte. Verhindert wird das Herunterladen der großen Fassung und das Weiterverwenden. Ohne die Sperre erreichen Sie dasselbe, indem Sie die Zielgruppe der Alben mit Profil- und Titelbildern von öffentlich auf Freunde umstellen, was rückwirkend für alle früheren Bilder gilt.
Stories sehen nur Freunde. Eigene Einstellung im Story-Bereich, überall vorhanden.
Profil- und Markierungsprüfung sind eingeschaltet. Das heißt: Wenn jemand Sie markiert, erscheint das nicht automatisch in Ihrem Profil, sondern erst nach Ihrer Freigabe. Auch das ist eine gewöhnliche Einstellung, und sie ist erfahrungsgemäß der Punkt, der im Alltag am meisten bringt, weil Markierungen der häufigste Weg sind, auf dem Inhalte über Sie öffentlich werden, ohne dass Sie sie eingestellt haben.
Fremde sehen nur eingeschränkte Angaben zur Person. Hier gibt es keinen Sammelschalter, sondern jede Angabe im Bereich „Info“ hat eine eigene Zielgruppe. Das ist der mühsamste Teil des Nachbaus und der einzige, bei dem die Sperre wirklich Zeit spart. Gehen Sie die Liste einmal von oben nach unten durch; danach ist Ruhe.
Fazit dazu: Wer diese fünf Punkte einmal einstellt, hat exakt den Zustand, den die Sperre herstellen würde, und behält zusätzlich die Möglichkeit, einzelne davon anders zu setzen. Das ist der Vorteil der langsamen Variante.
Für bestimmte Personen: Blockieren, Einschränken und der Unterschied
„für bestimmte personen“ und „für andere“ meinen etwas anderes und werden regelmäßig mit der Sperre verwechselt. Drei Werkzeuge, drei Wirkungen:
- Blockieren. Die Verbindung wird beidseitig aufgehoben, die Person findet Sie nicht mehr und sieht nichts mehr. Auffällig, weil das Verschwinden bemerkt wird.
- Einschränken. Die Freundschaft bleibt bestehen, die Person sieht aber nur noch, was Sie öffentlich stellen. Unauffällig, und deshalb die Wahl bei Kollegen und Verwandten, bei denen ein Blockieren zu Nachfragen führen würde.
- Aus der Zielgruppe ausnehmen. Einzelne Personen lassen sich beim Teilen ausschließen, dauerhaft oder je Beitrag. Am feinsten und am wenigsten bekannt.
Vorübergehend sperren heißt deaktivieren, und das ist wörtlich zu nehmen
Der Vorschlag „konto vorübergehend sperren“ zielt auf die Deaktivierung. Dabei verschwindet Ihr Profil aus der Suche und aus der Sicht anderer, Ihre Nachrichten im Messenger bleiben aber weiterhin bei den Empfängern sichtbar, und Sie können den Messenger weiter benutzen. Wer glaubt, damit vollständig verschwunden zu sein, irrt sich in diesem Punkt.
Rückgängig gemacht wird es durch schlichtes Anmelden. Das ist der wesentliche Unterschied zur Löschung, die eine Frist hat und danach endgültig ist. Wenn Sie nur Ruhe wollen, ist die Deaktivierung das richtige Werkzeug, und Sie brauchen dafür keine Sperre.
„Sperre aufheben“ und „sperren lassen“
Beides steht in den Vorschlägen und beides gehört streng genommen nicht hierher, aber die Leute landen mit diesen Fragen auf denselben Seiten.
Wenn Meta Ihr Konto gesperrt hat, ist keine Einstellung im Profil die Lösung, sondern der Einspruchsweg. Und die ehrliche Auskunft dazu: Eine veröffentlichte Bearbeitungszeit gibt es nicht, eine Telefonnummer auch nicht, und Dienste, die eine Entsperrung gegen Bezahlung zusichern, benutzen denselben Weg wie Sie. Wenn die Sperre nach einer Übernahme des Kontos entstanden ist, ist die Reihenfolge eine andere; sie steht im Beitrag zum Zugang ohne altes Handy.
Wenn Sie ein fremdes Profil melden wollen, etwa weil es Sie nachahmt, gibt es dafür einen eigenen Meldeweg für Identitätsnachahmung, der sich von einer allgemeinen Meldung unterscheidet und einen Identitätsnachweis verlangt. Der Unterschied lohnt sich, weil allgemeine Meldungen bei Nachahmungen selten etwas bewirken.
Und der Punkt, der die Sache oft von vornherein verhindert: Ein Profil, dessen Bilder und Beiträge für Fremde nicht sichtbar sind, ist deutlich schwerer nachzubauen. Die fünf Einstellungen oben sind also nicht nur Privatsphäre, sondern auch die wirksamste Vorbeugung gegen ein gefälschtes Profil unter Ihrem Namen.


