Instagram-Storys: Hintergrund, Links, Highlights und das Wort „unscharf“
Auf Deutsch heißt „Story unscharf“ zwei entgegengesetzte Dinge, und beide werden gesucht. Dazu Hintergrundfarben, der Link-Sticker und Highlights ohne Namen.
Avery BennettInstagram gibt Ihnen ein hochkantes Feld, eine Reihe kleiner Symbole und keine Anleitung. Fast jede deutsche Suchanfrage zu Storys entsteht aus dieser Lücke, und eine davon entsteht aus der deutschen Sprache selbst.
„Unscharf“ heißt zweierlei, und beides wird gesucht
In der deutschen Vorschlagsliste stehen „Story unscharf machen“ und „Story unscharf nach hochladen“ direkt untereinander. Das erste ist ein Wunsch, das zweite eine Beschwerde. Wer nach dem einen sucht und Anleitungen zum anderen findet, dreht sich im Kreis. Also getrennt.
Absichtlich unscharf: ein Gesicht, ein Kennzeichen, eine Adresse
Instagram hat kein Weichzeichnerwerkzeug. Was es gibt, sind drei Umwege, die alle funktionieren:
- Der Stift mit dem letzten Stiftaufsatz. Ganz rechts in der Stiftauswahl sitzt ein Aufsatz, der nicht malt, sondern verwischt. Damit über die Stelle fahren, die verschwinden soll. Das ist der schnellste Weg und für Gesichter im Hintergrund völlig ausreichend.
- Ein Sticker darüber. Unelegant, aber unumkehrbar, und deshalb bei Kennzeichen und Hausnummern die sicherere Wahl. Ein Weichzeichner lässt sich rechnerisch teilweise zurückrechnen, ein deckender Klecks nicht.
- Vorher in der Fotobearbeitung des Telefons. Beide Betriebssysteme haben inzwischen Werkzeuge dafür. Das Ergebnis ist sauberer, und Sie behalten die bearbeitete Datei.
Für alles, was einer anderen Person zugeordnet werden kann, gilt im deutschsprachigen Raum: Der zweite oder dritte Weg ist der richtige. Ein halbherzig verwischtes Gesicht ist rechtlich eher ein erkennbares Gesicht.
Ungewollt unscharf: was Instagram mit Ihrer Datei macht
Die App rechnet jede Datei neu, um Datenmenge zu sparen. Wie viel dabei kaputtgeht, hängt daran, wie weit Ihre Datei von dem entfernt ist, was erwartet wird. Vier Ursachen, in der Reihenfolge, in der sie zu prüfen sind:
- Die Maße stimmen nicht. Exportieren Sie mit 1080 mal 1920 Bildpunkten im Verhältnis 9 zu 16. Alles andere wird skaliert, und Skalieren ist der teuerste Schritt.
- Der Datensparmodus ist an. In den Einstellungen zur Datennutzung. Er lädt absichtlich in geringerer Qualität hoch und ist bei vielen Geräten ab Werk aktiv.
- Die Verbindung ist schwach. Die App reduziert die Qualität, um die Datei überhaupt durchzubekommen. Dieselbe Story über WLAN sieht anders aus.
- Die Datei wurde mehrfach exportiert. Jeder Durchgang rechnet neu. Ein Screenshot eines Screenshots ist der Extremfall davon.
Zwei Sonderfälle, nach denen ausdrücklich gesucht wird und die dieselbe Ursache haben, nämlich einen zweiten Rechendurchgang:
Unscharf wegen Musik. Ein Bild, unter das Sie einen Titel legen, wird zu einem Video. Videokompression ist härter als Bildkompression, und feine Linien, Text und Hauttöne leiden zuerst. Wenn ein Bild ohne Musik gut aussieht und mit Musik nicht, ist das der Grund und kein Fehler. Wer beides braucht, exportiert das Bild bereits als kurzes Video in voller Auflösung und legt die Musik darüber.
Unscharf beim Weiterteilen. Ein Beitrag, den Sie in Ihre Story übernehmen, wurde beim ersten Hochladen bereits gerechnet und wird jetzt ein zweites Mal gerechnet. Das ist nicht zu umgehen, solange Sie die Weiterteilen-Funktion benutzen. Wer ein scharfes Ergebnis braucht, nimmt das Originalbild.
Hintergrundfarbe: der Trick mit dem Stift
Der meistgesuchte Handgriff überhaupt, und er ist nirgends beschriftet. Der Stift ist gleichzeitig ein Farbeimer.
- Ein beliebiges Foto aufnehmen oder auswählen, zur Not mit dem Daumen auf der Linse.
- Das Stiftwerkzeug oben antippen.
- Unten eine Farbe wählen. Länger auf einer Farbe halten öffnet die Feinabstufung, dort finden Sie auch ein sauberes Schwarz.
- Etwa eine Sekunde lang irgendwo auf das Bild drücken und halten. Die Farbe füllt die gesamte Fläche.
Darauf bauen zwei Varianten auf. Mit dem Radiergummi lässt sich ein Fenster in die Farbfläche zurückreiben, durch das das Foto zu sehen ist, mit sauberem Rand ringsum. Und wer nur eine Fläche hinter dem Text will, tippt den Text ein und benutzt das Hervorhebungssymbol, was deutlich weniger Handgriffe sind.
Zwei Antworten auf Suchanfragen, die eine Enttäuschung enthalten. Transparent gibt es nicht: Die Füllung ist deckend, und was sie durchscheinen lässt, ist ausschließlich der Radiergummi. Bei einem weitergeteilten Beitrag lässt sich die Hintergrundfarbe nicht frei wählen, weil Instagram dort eine aus dem Bild abgeleitete Farbe setzt. Wer das nicht will, baut die Story von Hand: erst Farbfläche, dann das Bild als Foto-Sticker darauf.
Verlauf statt einfarbig gibt es im Erstellen-Modus, also auf dem Textbildschirm vor der Aufnahme, wo sich die Hintergründe durchschalten lassen. Verläufe kämpfen stärker mit Text als flache Farben, deshalb dort eher eine Fläche unter die Schrift legen.
Mehrere Bilder in einem Rahmen
Drei Wege, drei verschiedene Ergebnisse:
- Layout. Das Symbol in der Werkzeugleiste der Story-Kamera. Erzeugt ein gleichmäßiges Raster, in das die Bilder ohne eigenes Zutun passen. Für Vorher und Nachher oder vier Produktansichten.
- Foto-Sticker. Ein Bild als Hintergrund, dann über die Sticker weitere Bilder hineinlegen, frei drehbar, überlappend, auch über einem Video. Das ist der Weg für den zusammengeklebten Eindruck.
- Mehrfachauswahl in der Galerie. Wichtig zu wissen, weil es das ist, was die meisten versehentlich tun: Instagram verteilt die Bilder auf aufeinanderfolgende Story-Bilder, statt sie zusammenzusetzen.
Beim häufig gesuchten Fall „mehrere Bilder mit derselben Musik“ hilft der dritte Weg: Bei einer Mehrfachauswahl lässt sich ein Titel für die ganze Serie wählen, der über die Bilder hinweg weiterläuft, statt bei jedem neu anzusetzen.
Der Link-Sticker und seine drei Fehlerbilder
Zuerst die gute Nachricht, weil sich das Gegenteil hartnäckig hält: Die alte Zehntausend-Follower-Schwelle für Links in Storys gibt es nicht mehr. Der Link-Sticker steht allen Konten offen und zeigt Ihnen in der Auswertung, wie oft er angetippt wurde.
Story bauen, Sticker-Symbol antippen, Link wählen, Adresse einfügen, dann den angezeigten Text ändern, platzieren, teilen. Der Punkt, der die meisten Antippungen bringt, ist der letzte: „Zum Angebot“ wird häufiger angetippt als eine rohe Internetadresse.
Die drei Fälle, in denen es nicht funktioniert:
- Der Sticker fehlt. Fast immer eine veraltete App. Aktualisieren und die Sticker-Auswahl neu durchsehen, statt weiter zu suchen.
- Die Adresse wird abgelehnt. Passiert bei Adressen, die auf einer Sperrliste stehen, und bei manchen Kurzlink-Diensten. Die vollständige Zieladresse funktioniert dann meist, auch wenn sie lang ist. Die Länge selbst ist kein Problem, weil der angezeigte Text ohnehin ersetzt wird.
- Der Link führt ins Leere. Prüfen Sie ihn nach dem Veröffentlichen einmal selbst am Telefon. Der eingebaute Browser stolpert gelegentlich über Weiterleitungen, die im normalen Browser durchlaufen.
Weiterteilen, mit und ohne Markierung
Einen fremden Beitrag in die eigene Story zu übernehmen geht über das Papierflieger-Symbol unter dem Beitrag. Die entstehende Karte verweist zurück auf das Original, und der Verfasser wird darüber benachrichtigt.
„Ohne Markierung“ ist ein eigener Suchvorschlag, und die Antwort darauf ist ein sauberes Nein: Diese Verknüpfung lässt sich nicht abschalten. Wer das Bild ohne Verweis zeigt, macht einen Screenshot, und das ist eine Urheberrechtsfrage und keine Bedienfrage.
Wenn der Knopf ganz fehlt, liegt es an einer von drei Bedingungen: Das Konto ist privat, der Verfasser hat das Weiterteilen in seinen Einstellungen abgeschaltet, oder es ist Ihr eigener älterer Beitrag, bei dem eine Einschränkung greift. Umgekehrt lässt sich diese Einstellung auch für die eigenen Beiträge setzen, wenn Sie nicht möchten, dass Ihre Sachen in fremden Storys landen.
Highlights: Reihenfolge, Cover und der Name
Highlights stehen unter der Biografie und sind damit das Erste, was ein Besucher nach dem Profilbild sieht.
„Ohne Namen“ ist der meistgesuchte Sonderwunsch. Er funktioniert, indem Sie im Namensfeld ein Leerzeichen setzen statt eines Wortes, was zu einem Highlight nur mit Cover führt. Ob das eine gute Idee ist, hängt am Zweck: Für ein rein optisches Profil ja, für ein Konto, das jemandem etwas erklären soll, nein, weil ein unbeschriftetes Symbol nichts verspricht.
Die Reihenfolge lässt sich nicht direkt sortieren. Sie richtet sich danach, welches Highlight zuletzt verändert wurde, und das zuletzt geänderte steht vorn. Wer eine bestimmte Reihenfolge will, fügt den Highlights in umgekehrter Wunschreihenfolge jeweils eine Story hinzu und entfernt sie wieder.
Ein gelöschtes Highlight nimmt die enthaltenen Storys nicht mit, sofern sie im Archiv liegen. Ob sie dort liegen, hängt an einer Einstellung, die aus sein kann, und was das bedeutet, steht im Beitrag zu Entwürfen und Archiv.
Wie viele Leute Ihre Storys überhaupt sehen und was die Reihenfolge der Betrachter bedeutet, ist eine andere Frage. Sie steht im Beitrag zu den Story-Aufrufen.


