Story-Aufrufe: was die Reihenfolge der Betrachter bedeutet, und was nicht
Neun von zehn deutschen Suchvorschlägen zu Story-Aufrufen drehen sich um die Betrachterliste, nicht um mehr Aufrufe. Also zuerst, was in dieser Liste tatsächlich steht.
Michael ChenUnter den zehn deutschen Suchvorschlägen zu Story-Aufrufen geht genau einer darum, wie man mehr davon bekommt. Die anderen neun drehen sich um die Liste der Betrachter, und vier davon um deren Reihenfolge. „Bedeutung“ steht ausdrücklich dabei.
Das ist eine klare Ansage darüber, was die Leute eigentlich wissen wollen, also in dieser Reihenfolge.
Die Reihenfolge der Betrachter
Die verbreitete Annahme lautet, dass ganz oben steht, wer sich am meisten für Sie interessiert. Diese Deutung hält sich hartnäckig und ist die Ursache für einige unnötige Grübeleien.
Was tatsächlich bekannt ist, in drei Stufen, und die dritte ist die wichtigste:
- Bei wenigen Betrachtern ist die Liste umgekehrt chronologisch. Wer zuletzt gesehen hat, steht oben. Das ist beobachtbar und lässt sich am eigenen Konto in fünf Minuten prüfen: Bitten Sie jemanden, jetzt zu schauen, und sehen Sie nach, wo diese Person landet.
- Ab einer gewissen Menge kippt es. Ab ungefähr fünfzig Aufrufen wird nicht mehr nach Zeit sortiert, sondern nach einer Einschätzung. Diese Zahl wird überall genannt und ist von Instagram nie veröffentlicht worden. Sie ist eine Beobachtung, keine Dokumentation, und diese Seite behandelt sie auch nicht als eine.
- Die Einschätzung misst Ihre Beziehung, nicht deren Zuneigung. In sie fließen Profilbesuche, Nachrichten, Reaktionen und Likes ein, und zwar in beide Richtungen. Wenn jemand oben steht, mit dem Sie viel schreiben, dann steht er dort auch deshalb, weil Sie viel schreiben. Die Liste ist damit kein Ranking fremden Interesses, sondern eine Zusammenfassung gegenseitiger Aktivität.
Daraus folgt die Antwort auf die Frage hinter der Frage: Aus der Position einer Person in dieser Liste lässt sich nicht ablesen, wie oft oder wie aufmerksam sie Ihre Storys ansieht. Und die verwandte Suche danach, wie oft jemand eine Story angesehen hat, hat schlicht keine Antwort: Instagram zählt pro Person nicht mit, und wo eine Zahl behauptet wird, ist sie erfunden.
Wie lange die Liste lesbar bleibt
Hier gehen Erwartung und Wirklichkeit auseinander, und zwar zu Ihren Gunsten.
Die Story verschwindet nach vierundzwanzig Stunden aus der Leiste. Die Betrachterliste bleibt aber achtundvierzig Stunden ab dem Veröffentlichen lesbar, also einen vollen Tag länger, als die Story selbst zu sehen war. In dieser Zeit erreichen Sie sie über Ihr Story-Archiv.
Danach passiert etwas, das die Sucheingabe „nicht mehr sichtbar“ erklärt: Die Anzahl bleibt im Archiv erhalten, die Namen sind weg und kommen nicht wieder. Für ein Highlight gilt dieselbe Frist, gerechnet ab dem ursprünglichen Veröffentlichen und nicht ab dem Einsortieren ins Highlight. Eine drei Wochen alte Story im Highlight zeigt Ihnen deshalb nie wieder, wer sie gesehen hat.
Wer regelmäßig wissen will, wer zusieht, sollte sich das an einem festen Tag der Woche ansehen. Zwei Tage Verzug reichen, und die Information ist unwiederbringlich weg.
Aufrufe von Leuten, die Ihnen nicht folgen
„Story-Aufrufe nicht Follower“ ist ein eigener Vorschlag, und dahinter steckt meist Beunruhigung. Die Erklärung ist harmlos und besteht aus vier Wegen:
- Sie haben einen Ort, einen Hashtag oder ein anderes Konto markiert, und darüber taucht die Story bei Fremden auf.
- Jemand hat die Story an eine Person weitergeschickt, die Ihnen nicht folgt.
- Ihr Konto ist öffentlich, und jemand hat Ihr Profil aufgerufen und die Story von dort geöffnet.
- Sie stehen bei jemandem in einer Vorschlagsliste.
Für ein öffentliches Konto ist ein solcher Aufruf ein gutes Zeichen und kein Grund zur Sorge. Wer das grundsätzlich nicht will, hat genau zwei wirksame Hebel: das Konto privat stellen oder einzelne Personen aus der Story ausschließen. Alles Weitere an vermeintlichen Sichtbarkeitseinstellungen steht im Beitrag zu den Privatsphäre-Einstellungen.
Und jetzt der eine Vorschlag: mehr Aufrufe
Nachdem geklärt ist, was die Zahl bedeutet, hier das, was sie tatsächlich bewegt. Storys sind der einzige Bereich der App, in dem die Position sichtbar über den Erfolg entscheidet, denn wer in der Leiste hinten steht, wird nicht erreicht.
Was diese Position beeinflusst, in absteigender Wirksamkeit:
- Wie weit die Leute kommen. Das ist die härteste Größe. Eine Serie von zwölf Bildern, bei der die meisten nach dem dritten wegtippen, verschlechtert Ihre Position stärker als drei Bilder, die alle zu Ende gesehen werden. Kürzen ist deshalb die wirksamste einzelne Maßnahme, und sie kostet nichts.
- Ob jemand antippt statt nur zusieht. Eine Umfrage, ein Schieberegler, eine Frage: Jede Berührung ist ein Signal, und sie ist billiger zu bekommen als eine Antwort. Ein Sticker pro Serie reicht.
- Ob geantwortet wird. Eine Antwort auf eine Story ist eine Direktnachricht, und Nachrichtenverkehr wiegt in der Einschätzung schwer. Eine Frage, die sich in vier Wörtern beantworten lässt, bekommt Antworten. Eine, die einen Absatz verlangt, nicht.
- Ob überhaupt regelmäßig etwas kommt. Ein Konto, das drei Wochen schweigt, rutscht in der Leiste nach hinten und braucht danach mehrere Tage, um zurückzukommen.
Was dagegen erstaunlich wenig bringt: mehr Bilder. Das ist die naheliegende Reaktion auf eine niedrige Aufrufzahl und meist die falsche, weil sie den ersten Punkt verschlechtert.
Zwei Dinge, die nicht gehen
Beide werden gesucht, und beide sind ein sauberes Nein.
Die Reihenfolge veröffentlichter Bilder ändern. Es gibt keine Sortierung nach dem Veröffentlichen, weder nachträglich noch überhaupt. Ein Bild an der falschen Stelle lässt sich nur löschen und neu einstellen, wodurch es hinten landet. Die Reihenfolge entscheiden Sie vorher, sonst gar nicht.
Eine Story ansehen, ohne in der Liste zu erscheinen. Das ist kein vorgesehener Weg. Umgekehrt ist die Kenntnis darüber nützlich: Wenn Ihre Aufrufzahl höher ist als Ihre Betrachterliste lang, liegt das nicht daran, dass jemand sich versteckt, sondern daran, dass mehrfaches Ansehen derselben Person mitzählt und die Liste jede Person nur einmal führt.
Wenn die Aufrufzahl trotz allem nicht steigt
Dann ist die Story selten das Problem. Storys erreichen im Wesentlichen Leute, die Ihnen bereits folgen, und eine Aufrufzahl, die bei zwanzig festhängt, beschreibt zuerst die Größe und Wachheit dieser Gruppe.
Was daran zu ändern ist, hat mit Storys nichts zu tun und steht im Beitrag zur Instagram-Reichweite. Wie ein einzelnes Story-Bild handwerklich sauber wird, mit Hintergrund, Link und Highlights, steht im Beitrag zu den Story-Formaten.



