Zwölf Prüfpunkte vor dem Kontokauf, sortiert danach, wann sie überhaupt möglich sind
Auf Deutsch gehört das Wort Checkliste zum Gebrauchtwagen und zur Eigentumswohnung. Die Sortierung von dort passt auch hier: was in der Anzeige steht, was erst die Übergabe zeigt und was niemand zusichern kann. Nur die Rechtslage ist eine andere.
Avery BennettAuf Deutsch ist „Checkliste“ plus „Kauf“ ein festes Genre, und es gehört jemand anderem. Google schlägt dazu Eigentumswohnung, Gebrauchtwagen, Mehrfamilienhaus, Wohnmobil und Kaufvertrag vor, zehn von zehn Vorschlägen sind Immobilien und Fahrzeuge. Für digitale Konten existiert das Genre nicht: „account kaufen worauf achten“, „accounts kaufen seriös“ und „digitale güter kaufen“ liefern jeweils null Vorschläge.
Das ist praktischer, als es klingt, denn die Sortierung aus dem Gebrauchtwagengenre ist die richtige. Eine brauchbare Liste ordnet nicht nach Wichtigkeit, sondern danach, wann eine Prüfung überhaupt möglich ist: was in der Anzeige steht, was erst die Übergabe zeigt und was auch der ehrlichste Verkäufer nicht wissen kann. Genau daran scheitern die meisten Ratgeber, die „Lieferformat prüfen“ und „Konto hatte nie Verstöße“ nebeneinanderstellen, als wäre das dieselbe Sorte Aufgabe.
Ein Wort vorweg, weil das Genre eine Erwartung mitbringt
Wer aus dem Fahrzeug- oder Immobilienkauf kommt, kennt den Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie, und die deutsche Suche zeigt, wie präsent er ist: Zehn Vorschläge, zwei davon zum Auto. Übertragen Sie ihn hier nicht falsch. Was auf jedem Angebot als Stundenzahl steht, ist eine freiwillige Zusage des jeweiligen Verkäufers, die ab der Lieferung läuft, je Angebot einzeln gesetzt wird und auf manchen Angeboten praktisch fehlt. Eine gesetzliche Position beschreibt diese Seite nicht, weil sie dazu nichts zu sagen hat. Ausführlicher steht das im Beitrag zur Anbieterauswahl.
Gruppe eins: vor der Zahlung prüfbar
Diese sechs stehen als Feld oder als Zahl auf der Angebotsseite. Sie kosten nichts und es gibt keinen Grund, sie zu überspringen.
- Das Lieferformat. Passwort, Passwort mit zweiter Stufe, Sitzungswerte, eine Sitzungsdatei, ein Datenordner oder Protokollzugangsdaten. Der Punkt, der ein Konto am häufigsten unbrauchbar macht, wenn er nicht passt, und der einzige, bei dem ein Fehlgriff nicht zur Hälfte, sondern ganz danebengeht.
- Der Stand der zweiten Stufe. Ist sie gesetzt, brauchen Sie das, was der Verkäufer Ihnen dazu gibt, um sie später zu ändern. Ist sie es nicht, können Sie sofort eine eigene setzen.
- Ob eine Wiederherstellungsadresse dabei ist. Das eine Feld, das darüber entscheidet, ob das Konto Ihnen dauerhaft gehört oder geliehen ist, bis etwas passiert.
- Die Registrierungsregion. Nur dann von Belang, wenn der Dienst, für den Sie das Konto brauchen, Herkunft und Zugriffsort vergleicht. Sonst ist es ein Aufschlag ohne Gegenwert, und auf manchen Regalen ist es der größte überhaupt.
- Das Registrierungsjahr, wenn es als Jahr dasteht. Eine Jahreszahl oder eine Spanne lässt sich nach der Lieferung nachsehen. Ein vages Wort ohne Zahl nicht, und genau deshalb wird beides unterschiedlich bezahlt, auf manchen Regalen sogar in der Richtung, die man nicht erwartet.
- Die Garantiezahl. Nicht das Konto, sondern die Bedingungen. Die Lieferung erfolgt sofort, das Fenster beginnt also mit der Bestellung. Der Median liegt bei zwölf Stunden, ein Drittel des sichtbaren Bestands liegt unter vier Stunden, und wie viel darunter, hängt stark vom Regal ab.
Wie wenig davon der Verkäufer wirklich erklärt
Bevor Sie diese sechs Punkte für sicher halten, eine Zahl, die die ganze Gruppe einordnet. Der Katalog kennt insgesamt 42 Merkmale. Ein Angebot trägt im Mittel drei davon, 715 der 16.735 sichtbaren Angebote tragen gar keines. Und alle 56.103 Merkmalszuordnungen im sichtbaren Bestand sind maschinell vergeben; keine einzige stammt von einem Menschen.
Das heißt: Die Filter lesen den Titel des Verkäufers und leiten daraus ab. Sie sind kein Formular, das der Verkäufer ausgefüllt hat. Ein zusätzliches Beschreibungsfeld ist bei 16.699 der 16.735 Angebote leer, der Titel ist also auch schon der ganze Text.
Was folgt daraus praktisch? Filtern Sie, um einzugrenzen, und lesen Sie dann den Titel des Angebots, für das Sie sich entschieden haben. Wo Filter und Titel auseinandergehen, gilt der Titel, denn er ist die Aussage des Verkäufers und das Merkmal ist die Vermutung der Maschine.
Wie wenig ein Wort im Titel trägt
Umgekehrt gilt aber auch: Ein Wort im Titel ist keine Zahl in einem Feld. Das lässt sich hier ausrechnen, und das Ergebnis ist eindeutig.
- 230 Angebote schreiben Garantie oder ein englisches Gegenstück in den eigenen Titel. Bei 132 davon steht im maßgeblichen Feld genau zwölf Stunden, bei 53 weniger als eine Stunde. Das Wort im Titel sagt Ihnen also nichts, was das Feld nicht besser sagt.
- 29 Angebote werben mit „lifetime“. Ihre Felder kennen genau drei Werte: rund fünf Minuten, rund eine halbe Stunde oder zwölf Stunden. Kein einziges dieser 29 Angebote hat ein Fenster über zwölf Stunden.
- 26 Angebote nennen im Titel eine Nachbetreuung in Tagen. Bei 20 davon steht im Feld zwölf Stunden.
Das ist kein Betrugsvorwurf, sondern eine Beobachtung über die Bauart der Seite: Werbetext und Feld werden nicht gegeneinander geprüft. Verbindlich ist die Zahl.
Gruppe zwei: erst nach der Lieferung prüfbar, und nur dann
Diese vier kann kein Angebot beantworten. Sie sind in den ersten Minuten feststellbar und danach nicht mehr. Planen Sie den Bestellzeitpunkt danach.
- Ob die Zugangsdaten funktionieren, und zwar in dem Programm, für das Sie sie gekauft haben, nicht irgendwo. Eine Sitzungsdatei, die im Rechnerprogramm aufgeht und in Ihrem Skript scheitert, ist gescheitert.
- Ob jede behauptete Zahl stimmt. Followerzahlen, Nachrichtenverlauf, ein Guthaben, ein Abzeichen. Das steht fast immer im Fließtext und nicht in einem Feld, und nach Ablauf des Fensters ist darüber nicht mehr zu streiten.
- Ob die Übergabe vollständig ist. Kommen Sie an die Sicherheitseinstellungen, können Sie die Wiederherstellungsadresse ändern, sehen Sie das Postfach, falls eines versprochen war? Es genügt festzustellen, dass Sie könnten.
- Ob das Konto in sich stimmig ist. Liest sich die Historie wie ein durchgehendes Konto oder wie eines, das abrupt das Thema gewechselt hat? Vorher zusichern kann das niemand, ansehen dauert eine Minute.
Gruppe drei: niemand kann das prüfen, der Verkäufer eingeschlossen
Diese beiden gehören genannt, weil Angebote sie manchmal trotzdem behaupten und die Behauptung selbst ein Signal ist.
- Dass das Konto später nicht eingeschränkt wird. Das entscheidet die jeweilige Plattform anhand dessen, was nach dem Besitzerwechsel damit geschieht, und darauf hat kein Verkäufer Einfluss. Ein Hinweis auf einen sauberen Stand beschreibt den Verkaufstag. Als dauerhafte Zusicherung formuliert ist er ein Grund für mehr Vorsicht.
- Dass der frühere Inhaber nicht zurückkommt. Dafür gibt es in diesem Markt keinen Mechanismus. Die stärkste erreichbare Position ist die Kontrolle über die Wiederherstellungsadresse, und deshalb steht Punkt drei in Gruppe eins. Es bleibt eine Position und wird keine Zusage.
Wo die Frist wirklich wehtut, und wo nicht
Die Zahl aus Punkt sechs schwankt zwischen den Regalen weit stärker, als eine Angabe über die ganze Website vermuten lässt. Über die 49 Regale mit mindestens vierzig sichtbaren Angeboten reicht der Anteil unter einer Stunde von null bis hundert Prozent.
Am oberen Ende der Sorgfalt stehen mehrere Postfachregale: Bei Yandex liegt kein einziges Angebot unter einer Stunde, bei Proton knapp anderthalb Prozent und bei den Werbekonten noch weniger, bei den Proxys knapp vier. Am unteren Ende stehen die Spielkonten: Bei Nintendo und Ubisoft liegt jedes Angebot unter einer Stunde, bei Xbox und Epic Games über fünfundneunzig Prozent, und der Median dieser Regale liegt bei etwa einer halben Stunde ab Lieferung.
Die großen Kontenregale liegen dazwischen, meist bei einem Sechstel bis einem Viertel. Wenn Sie also einen einzigen Satz mitnehmen wollen: Die Frist ist keine Eigenschaft der Website, sondern eine des Regals, und auf manchen Regalen ist sie faktisch nicht vorhanden.
Wie Sie gewichten
- Für ein Werkzeug oder ein Skript. Punkt eins und Punkt sieben entscheiden alles. Das Format ist der Totalverlust, alles andere ist ein Abzug.
- Für etwas, das über längere Zeit sichtbar läuft. Punkt drei, fünf und zehn. Sie brauchen dauerhafte Kontrolle und eine stimmige Historie, und Sie zahlen für beides.
- Für eine einzelne Bestätigung. Punkt eins, vier und sechs. Die Vergangenheit des Kontos ist gleichgültig; ob es jetzt funktioniert, vom richtigen Ort aus, mit genug Zeit zum Reklamieren, ist alles.
Und die eine Gewohnheit, die mehr bringt als die ganze Liste: Bestellen Sie dann, wenn Sie die zehn Minuten danach tatsächlich haben. Alles in Gruppe zwei steht Ihnen genau in diesem Fenster offen und danach nie wieder.
Weiterführend: die Regale selbst unter Konten und E-Mail, das Format am Beispiel Telegram im Beitrag zu den Lieferformaten, und was in den Minuten nach der Lieferung konkret zu tun ist unter Kontosicherheit beim Kauf.

