Facebook-Sicherheitswarnung: vier Meldungen, die nach Alarm aussehen, und nur eine ist einer
Acht von zehn deutschen Suchvorschlägen zum Thema betreffen eine Benachrichtigung, nicht eine Einstellung. Welche der vier Meldungen echt sein kann, welche nie ein Einbruch ist und was danach in welcher Reihenfolge zu tun ist.
Avery BennettBemerkenswert an der deutschen Suche zu Facebook-Sicherheit ist, dass es fast nie um Einstellungen geht. Acht von zehn Vorschlägen betreffen eine Meldung, die jemand gerade auf dem Bildschirm hat: Sicherheitswarnung, Sicherheitswarnung fake, Anmeldung in der Nähe von, Schlüsseländerung, Sicherheitscode per Mail, Sicherheitscode über WhatsApp.
Das sind vier verschiedene Dinge, sie sehen alle gleich beunruhigend aus, und nur eines davon ist tatsächlich ein Zwischenfall.
Meldung eins: „Anmeldung in der Nähe von ...“
Diese kann echt sein und wird zugleich am häufigsten nachgebaut. Dass Leute den Wortlaut in die Suchmaschine kopieren, zeigt, wie gut die Fälschungen inzwischen sind.
Die Prüfung dauert dreißig Sekunden und besteht aus einer einzigen Regel: Nicht auf den Link klicken, sondern selbst in die App gehen. Eine echte Anmeldemeldung finden Sie dort auch, im Bereich mit den angemeldeten Geräten. Finden Sie sie nicht, war die Mail eine Fälschung, und Sie haben nichts weiter zu tun. Das gilt so auch bei anderen Diensten und ist im Beitrag zu verdächtigen Anmeldemeldungen ausführlicher beschrieben.
Was die Ortsangabe angeht: Sie kommt aus der IP-Adresse und ist regelmäßig um eine Stadt oder mehr daneben, gerade bei Mobilfunk. Ein unerwarteter Ort allein ist noch kein Befund. Verdächtig ist ein Gerät, das Sie nicht besitzen.
Meldung zwei: „Schlüsseländerung“ und warum sie fast nie etwas bedeutet
Das ist die am häufigsten missverstandene der vier, und Meta erklärt sie in der eigenen Hilfe. Sicherheitswarnungen im Messenger betreffen zwei Ereignisse: Anmeldungen auf neuen Geräten und Änderungen an den Verschlüsselungsschlüsseln. Und zu letzteren steht dort ausdrücklich, dass nicht alle Schlüsseländerungen problematisch sind.
Die gewöhnlichen Auslöser sind vollkommen harmlos: Jemand hat die App neu installiert, sein Gerät zurückgesetzt, die Daten der App gelöscht oder seine Einstellungen für die Sicherung geändert. Bei den allermeisten dieser Meldungen hat schlicht ein Bekannter ein neues Telefon.
Ein praktisches Unterscheidungsmerkmal, das kaum jemand kennt: Warnungen zu Ihrer eigenen Aktivität erscheinen in den Einstellungen des Messengers, Warnungen zu einem Kontakt dagegen direkt im betreffenden Chat. Steht die Meldung also im Chat mit Ihrer Schwester, betrifft sie das Gerät Ihrer Schwester und nicht Ihr Konto.
Wann Sie doch hinsehen sollten: wenn dieselbe Meldung bei einem Kontakt mehrfach kurz hintereinander auftritt und der Chatverlauf sich gleichzeitig merkwürdig verhält. Dann lohnt eine Rückfrage über einen anderen Kanal, also einen Anruf, nicht denselben Chat.
Meldung drei: ein Sicherheitscode, den Sie nicht angefordert haben
„sicherheitscode per mail“ und „sicherheitscode whatsapp“ stehen beide in den Vorschlägen. Die Auskunft dazu ist kurz und beruhigender, als sie klingt: Ein solcher Code bedeutet, dass jemand Ihre Adresse oder Nummer kennt und es versucht. Er bedeutet nicht, dass es geklappt hat. Der Code ist ja gerade das, was demjenigen fehlt.
Richtig ist deshalb: nichts anklicken, den Code niemandem geben, und dann unabhängig davon das Passwort ändern und prüfen, ob die Zwei-Faktor-Anmeldung noch die Ihre ist. Falsch ist, den Code irgendwo einzugeben, weil eine Nachricht darum bittet. Kein echter Support fragt danach, weder bei Facebook noch bei uns.
Wenn solche Codes wiederholt und über Tage kommen, steckt fast immer eine geleakte Zugangsdatenliste dahinter. Dann hilft nicht Warten, sondern ein Passwort, das Sie nirgends sonst benutzen.
Meldung vier: „Sicherheitscheck erforderlich“
Das ist die einzige der vier, die Meta selbst als Aufforderung meint, und sie ist harmlos. Der Sicherheitscheck geht mit Ihnen Passwort, Anmeldungen und Zwei-Faktor-Einstellung durch. Er ist auch dann sinnvoll, wenn Sie ihn nicht angeboten bekommen; er lässt sich in den Einstellungen jederzeit selbst starten.
Eine Sache dort ist wichtiger als der Rest: die Liste der angemeldeten Geräte. Eine Sitzung endet nicht dadurch, dass Sie die App löschen oder das Telefon verkaufen. Das alte Gerät bleibt berechtigt, bis Sie es dort abmelden.
Zwei-Faktor: die deutsche Nachfrage ist Abschalten, nicht Einschalten
Fünf der zehn Vorschläge lauten sinngemäß „geht nicht“ oder „weg damit“. Deshalb der Reihe nach die drei Fälle, die tatsächlich vorkommen.
„Nummer ändern“ ist der wichtigste und dringlichste. Eine Nummer, die Sie nicht mehr besitzen, wird vom Anbieter irgendwann neu vergeben, und dann gehen Bestätigungen an eine fremde Person. Tauschen Sie eine alte Nummer aus, solange Sie noch angemeldet sind. Das ist kein Aufräumen, sondern der eine Schritt, der später den Unterschied macht.
„Geht nicht“ und „nicht möglich“ hat meist eine von zwei Ursachen. Entweder liegt an derselben Nummer bereits ein anderes Konto, was Meta ablehnt. Oder die Uhrzeit auf dem Gerät stimmt nicht, und dann werden Codes aus einer Authenticator-App abgelehnt, obwohl das Geheimnis richtig ist; das ist die häufigste und die am schwersten erkennbare Ursache und im Beitrag zum TOTP-Generator erklärt.
„Deaktivieren“ geht in den Sicherheitseinstellungen, verlangt aber das Passwort und den aktuellen zweiten Faktor. Wer beides nicht hat, kann nichts abschalten, sondern nur wiederherstellen. Und ein Hinweis zum Kauf, weil die Frage regelmäßig kommt: Auf unserem Regal steht die Angabe zur Zwei-Faktor-Anmeldung auf 984 von 1.457 aktiven Facebook-Angeboten und liegt beim 1,1-fachen des mittleren Preises. Sie ist also der Normalfall und kein Gütezeichen, und beim Übernehmen ist sie Arbeit, weil ein fremdes Verfahren erst abgeschaltet werden muss.
Wenn es wirklich passiert ist
Der erste deutsche Vorschlag zum Thema gehackt lautet „passwort und email geändert“, und genau daran hängt alles Weitere.
Solange die hinterlegte Adresse noch Ihnen gehört, ist es unangenehm, aber lösbar: Passwort zurücksetzen, alle Geräte abmelden, zweiten Faktor neu einrichten, Adresse und Nummer prüfen. In dieser Reihenfolge, weil ein neues Passwort ohne das Abmelden die bestehenden Sitzungen nicht anfasst.
Wenn die Adresse geändert wurde, gibt es einen Weg, den viele nicht kennen: Meta verschickt bei einer Änderung der Kontaktadresse eine Nachricht an die alte Adresse, und die enthält eine Möglichkeit, die Änderung rückgängig zu machen. Sehen Sie also zuerst in Ihrem alten Postfach nach, bevor Sie irgendetwas anderes tun. Dieses Zeitfenster ist begrenzt, und es ist der schnellste Weg zurück, den es gibt.
Bleibt nur noch der Wiederherstellungsweg über die Formulare mit Identitätsnachweis. Nüchtern dazu: Es gibt keine veröffentlichte Bearbeitungszeit, keine Telefonnummer, und Dienste, die eine Wiederherstellung zusichern, benutzen dieselben Formulare wie Sie.
Und zur Frage nach der Polizei, die auf Deutsch ausdrücklich gestellt wird: Eine Anzeige holt das Konto nicht zurück, und die Erwartung, dass sie das Verfahren bei Meta beschleunigt, geht in aller Regel nicht auf. Sinnvoll ist sie trotzdem in zwei Lagen: wenn über Ihr Konto Geld gefordert oder Waren verkauft wurden, weil Sie dann einen Beleg brauchen, dass Sie es nicht waren, und wenn Zahlungsdaten betroffen sind. In beiden Fällen zählt der Nachweis für das, was danach kommt, nicht für die Wiederherstellung selbst.
Und die Vorsorge, die tatsächlich trägt und nichts kostet: eine Adresse, die Sie regelmäßig lesen, eine aktuelle Nummer und ein Passwort, das nirgends sonst verwendet wird. Angebote mit mitgeliefertem Postfach, das auf diesem Regal übrigens den Preis verdoppelt, stehen unter Facebook-Konten.


