Die leeren Anfragen
Follower kaufen, Likes kaufen, Retweets kaufen, Follower steigern: sechs Varianten, sechs leere Vorschlagslisten. Auf Deutsch existiert für diese Kennzahlen keine sichtbare Nachfrage, obwohl die Liste sie führt.
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Sechs kommerzielle Suchmuster liefern nichts, eines liefert etwas.
Follower kaufen, Likes kaufen, Retweets kaufen, Follower steigern: sechs Varianten, sechs leere Vorschlagslisten. Auf Deutsch existiert für diese Kennzahlen keine sichtbare Nachfrage, obwohl die Liste sie führt.
Das deutsche Wort Aufrufe führt in den Vorschlägen auf die englische Form, und erst diese Form trägt Kaufabsicht weiter. Wer nach Reichweite sucht, fragt dagegen nach eingeschränkter Sichtbarkeit, nicht nach einem Einkauf.
Beide Angaben existieren nebeneinander und stimmen selten überein.
| Gruppe | Angebote | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| Titel nennt ein Nachfüllfenster | zweihundertvierundzwanzig | Die Zusage ist Verkäufertext und steht in keinem Feld, das sich auswerten lässt. |
| Feld für Nachfüllung gesetzt | zweiundachtzig | Maschinell lesbar, aber bei neununddreißig davon schweigt der Titel darüber. |
| beides zugleich | dreiundvierzig | Nur hier sagen Text und Feld dasselbe. Das ist rund ein Fünftel der Titelzusagen. |
| Titel sagt ausdrücklich nein | vierundvierzig | Diese Angebote schließen eine Nachfüllung aus, was ebenfalls eine Auskunft ist. |
Diese Reihenfolge wiederholt sich in jedem Shop, der genug Angebote führt.
| Kennzahl | Platz je Einheit | In wie vielen Shops |
|---|---|---|
| Aufrufe | durchgehend am günstigsten | sechs von sechs |
| Likes | durchgehend an zweiter Stelle | sechs von sechs |
| Follower | oberes Ende | in vier Shops der teuerste Posten |
| geschriebene Kommentare | oberes Ende | in zwei Shops der teuerste Posten |
Bei diesen Angeboten ist das Mengenfeld nicht die Stellschraube.
Neunundvierzig Angebote, gestaffelt nach Verweildauer von fünf bis hundertzwanzig Minuten. Der Preis folgt der Dauer, nicht der Zahl der Zuhörer. Was gekauft wird, endet mit dem Space, und danach bleibt davon nichts sichtbar.
Einundzwanzig Angebote, bei denen Mindest- und Höchstmenge beide auf eins stehen. Gestaffelt wird nach Stunden Sichtbarkeit, von einer bis vierundzwanzig. Der angezeigte Betrag ist der ganze Posten und keine Rate je tausend.
Hier bricht jede Zahl zusammen, die man über die ganze Liste bildet.
Wenig, aber vorhanden, und ungleich über die Kennzahlen verteilt.
Fünf Kommentarangebote, vier für Aufrufe, zwei für Besucherströme, je eines für Follower, Likes, Tweets und Quote-Retweets. Der Schwerpunkt liegt also auf Text und Aufrufen.
Genau ein deutschsprachiges Followerangebot existiert. Aus einer einzigen Zeile lässt sich kein Marktpreis ableiten, und diese Seite behauptet auch keinen.
Etwas mehr als siebzig Prozent der Angebote nennen kein Land. Wenn die Herkunft der Konten für den Zweck gleichgültig ist, ist das der weitaus größere Teil der Liste.
Die Zieladresse. Profil, einzelner Beitrag, Space oder Hashtag sind vier verschiedene Ziele, und ein Angebot nimmt nur eines davon an. Ein Passwort verlangt keines.
Weil es sie nicht gibt. Sechs kommerzielle Suchmuster rund um Follower, Likes und Retweets liefern in der deutschen Google-Autovervollständigung leere Listen. Nur die Aufrufe tragen eine Kaufabsicht, und dort führt das deutsche Wort auf die englische Form. Die Angebote existieren trotzdem, die deutsche Nachfrage danach ist nur nicht sichtbar.
Nicht ohne Prüfung. Zweihundertvierundzwanzig Titel nennen ein Fenster, zweiundachtzig Angebote tragen das entsprechende Feld, und nur dreiundvierzig haben beides. Ein Titel ist frei geschriebener Verkäufertext. Wenn die Nachfüllung der Grund für die Bestellung ist, sollte sie im Feld stehen und nicht nur im Namen.
Aufrufe, und zwar bei jedem der sechs größeren Verkäufer auf dieser Liste. Likes folgen überall an zweiter Stelle. Follower und selbst verfasste Kommentare belegen die beiden oberen Plätze, welche von beiden oben steht, wechselt je nach Verkäufer. Der Abstand zwischen unterem und oberem Ende umfasst mehrere Größenordnungen.
Nach Verweildauer. Neunundvierzig Angebote staffeln sich von fünf bis hundertzwanzig Minuten, und der Preis folgt der Dauer statt der Personenzahl. Die Zuhörerschaft endet mit dem Space. Danach bleibt kein Zählerstand zurück, anders als bei Followern oder Likes an einem Beitrag.
Weil Mindest- und Höchstmenge auf demselben Wert stehen. Das betrifft neunzig Angebote, darunter alle einundzwanzig Trendthemen, die nach Stunden Sichtbarkeit statt nach Menge gestaffelt sind. Der angezeigte Betrag ist dort der gesamte Posten. Bei den übrigen Angeboten liegt die übliche Mindestmenge bei hundert Einheiten.
Fünfzehn von rund dreizehnhundert. Sie liegen vor allem bei Kommentaren und Aufrufen; für Follower existiert genau eine Zeile. Aus einem einzelnen Angebot lässt sich weder ein Preisniveau noch eine Qualitätsaussage ableiten. Wer kein Land braucht, hat mit gut siebzig Prozent der Liste deutlich mehr Auswahl.
Neun, der größte mit rund einem Drittel der Angebote. Das ist wichtig, weil Tempo und Stornierbarkeit an den Verkäufern hängen und nicht an den Kennzahlen: zeitversetzte Zustellung liegt bei zwei Shops über der Hälfte und bei fünf weiteren bei null. Ein Durchschnitt über die ganze Liste beschreibt dann keine reale Gruppe.
Die Zieladresse in der Form, die das Angebot verlangt. Ein Profillink, ein einzelner Beitrag, ein Space oder ein Hashtag sind vier verschiedene Ziele, und ein Angebot nimmt jeweils nur eines an. Zugangsdaten werden nie gebraucht. Das Profil muss während der Ausführung öffentlich erreichbar sein, sonst läuft die Bestellung ins Leere.
Erst die Kennzahl festlegen, dann Titel und Feld gegeneinander lesen.
Wer auf Deutsch Twitter Views kaufen eintippt, bekommt Vorschläge. Wer follower kaufen eintippt, bekommt keine. Diese Liste hält rund dreizehnhundert Angebote von neun Verkäufern bereit, und die härteste Frage daran ist nicht der Preis, sondern ob das Nachfüllversprechen im Titel in einem auswertbaren Feld steht.