Mehrere Instagram-Konten: was der Betrieb verlangt und was der Markt bezahlt
Auf Deutsch fragt niemand nach dem Kauf mehrerer Konten, aber viele fragen, wie man mehrere betreibt. Daraus ergibt sich, was ein Posten überhaupt enthalten muss.
Avery BennettEine Vorbemerkung zur deutschen Suche, weil sie den Zuschnitt dieser Seite bestimmt. Der Suchbegriff für den Kauf mehrerer Instagram-Konten liefert im Deutschen gar keine Vorschläge. Nicht wenige, sondern keine. Dasselbe gilt für das Verkaufen und für Erfahrungsberichte dazu.
Voll besetzt ist dagegen die Liste zu „mehrere Instagram-Accounts“: gleiche E-Mail, eine Telefonnummer, auf einem Handy, verwalten, sinnvoll. Im deutschsprachigen Raum wird also nicht gefragt, wie man mehrere Konten kauft, sondern wie man mehrere betreibt. Diese Seite beantwortet das und leitet daraus ab, was ein größerer Posten überhaupt enthalten muss.
Die Grenzen, die tatsächlich gelten
Vier Angaben, die die meisten Planungen sofort korrigieren.
- Gleichzeitig angemeldet sein können höchstens fünf Konten in der App auf einem Gerät. Wer ein sechstes braucht, muss eines abmelden, und genau dieses Abmelden erzeugt beim nächsten Anmelden die Sicherheitsprüfungen, die man vermeiden wollte.
- Die Gesamtzahl der Konten ist nicht begrenzt. Die Fünf betrifft nur die gleichzeitige Anmeldung auf einem Gerät.
- Eine Telefonnummer kann an mehreren Konten hängen. Das ist der überraschende Teil, weil viele vom Gegenteil ausgehen.
- Eine E-Mail-Adresse gehört zu einem Konto. Das ist die Grenze, an der die Planung wirklich hängt, denn jedes Konto braucht eine eigene, und zwar eine, auf die Sie tatsächlich zugreifen können.
Aus dem letzten Punkt folgt der häufigste Fehler beim Betrieb mehrerer Konten: Adressen zu benutzen, an die man nicht herankommt. Solange alles läuft, fällt das nicht auf. Bei der ersten Sicherheitsabfrage fällt es auf allen Konten gleichzeitig auf, weil sie in derselben Woche angelegt wurden und deshalb in derselben Woche geprüft werden.
Und die Frage „sinnvoll“, die auch hier wieder auftaucht: Mehrere Konten sind sinnvoll, wenn sie verschiedene Publika haben. Sie sind nicht sinnvoll als Vervielfältigung derselben Inhalte, weil Instagram wiederholte gleiche Beiträge aus mehreren Konten erkennt und weil der Aufwand linear steigt, der Ertrag aber nicht.
Was der Markt tatsächlich bezahlt
Und jetzt der Teil, der beim Einkauf entscheidet. Die üblichen Ratgeber zu diesem Thema nennen vier Qualitätsmerkmale: hinterlegte Telefonnummer, aktivierte Zwei-Faktor-Anmeldung, gestreute Registrierungsadressen und Alter. Wie viel davon stimmt, lässt sich hier nachrechnen, weil der Bestand dieser Website die Preise nach Merkmal ausweist.
Auszählung des Instagram-Kontobestands am 31. August 2026, 2.119 aktive Angebote, jeweils als Vielfaches des Medianpreises dieses Regals:
- Zwei-Faktor-Anmeldung liegt bei mehr als drei Vierteln der Angebote vor und kostet weniger als der Median. Es ist der Normalzustand und kein Unterscheidungsmerkmal.
- Hinterlegte Telefonnummer findet sich bei knapp einem Fünftel und liegt kaum über dem Median. Der Markt bezahlt sie also kaum.
- Gestreute Herkunft der Registrierung liegt bei etwa einem Fünftel und ebenfalls unter dem Median. Was in den englischen Anleitungen als Qualitätsmerkmal geführt wird, behandelt der Markt hier als billig.
- Alter ist das einzige der vier, das deutlich aufschlägt, und auch das nur unter einer Bedingung, siehe unten.
Drei von vier genannten Merkmalen sind auf diesem Regal also entweder Standard oder billig. Wer nach ihnen auswählt, wählt nach etwas, wofür niemand zahlt, und übersieht dabei die beiden Merkmale, die tatsächlich etwas kosten.
Das erste: das Jahr, nicht das Wort
Die Angabe zum Alter kommt in zwei Formen vor, und der Unterschied zwischen ihnen ist groß.
Ein unbeziffertes „gealtert“ steht bei knapp einem Fünftel der Angebote und kostet gut das Zweieinhalbfache des Medians. Ein genanntes Jahresband kostet mehr, und zwar mit dem Alter steigend: Der Bereich von 2022 bis 2025 liegt beim Vierfachen, der Bereich von 2017 bis 2021 beim gut Neunfachen, alles vor 2017 beim knapp Dreizehnfachen. Umgekehrt kostet ein Konto aus dem laufenden Jahr weniger als der Median.
Die Lesart davon ist einfach und lässt sich mitnehmen: Das Wort trägt nichts, die Zahl trägt alles. Ein Angebot, das nur „aged“ sagt, hat den Aufschlag eines mittleren Bandes und keine Aussage darüber, welches. Bei den beiden ältesten Bändern ist die Zahl der Angebote allerdings klein, gut vierzig je Band, sodass die genannten Vielfachen die Preise weniger Anbieter beschreiben und nicht einen breiten Markt.
Warum Alter überhaupt etwas kostet, hat einen nüchternen Grund: Es ist das einzige Merkmal auf dieser Liste, das sich nicht herstellen lässt. Alles andere kann ein Verkäufer nachrüsten.
Das zweite: wie das Konto entstanden ist
Das Merkmal, das in den englischen Anleitungen als Warnzeichen auftaucht und nicht als Preisfaktor, obwohl es einer ist.
Angebote, die eine automatisierte Registrierung ausweisen, liegen bei etwa einem Sechstel des Bestands und kosten deutlich unter dem Median. Angebote mit von Hand angelegten Konten liegen bei gut einem Zehntel und kosten gut das Anderthalbfache. Zwischen beiden liegt also mehr als das Doppelte, und damit bezahlt dieser Markt die Herkunft stärker als die Zwei-Faktor-Anmeldung, die hinterlegte Nummer und die gestreute Adresse zusammen.
Das deckt sich mit dem, was beim Betrieb passiert. Automatisiert angelegte Konten fallen nicht einzeln auf, sondern als Gruppe, und zwar dann, wenn sie sich ähnlich verhalten. Deshalb ist die praktische Frage an einen Verkäufer nicht, ob die Konten sicher sind, sondern wie sie entstanden sind. Wer darauf nicht antwortet, hat die Antwort gegeben.
Ein drittes Merkmal, das teuer ist und aus einem anderen Grund: eine Registrierung mit US-Adresse liegt bei knapp einem Zwölftel des Bestands und kostet mehr als das Achtfache des Medians. Das ist kein Qualitäts-, sondern ein Zielgruppenmerkmal, und es ist nur dann sein Geld wert, wenn Sie tatsächlich dorthin wirken wollen. Für ein deutschsprachiges Vorhaben ist es rausgeworfenes Geld.
Was ein Posten trotzdem nicht garantiert
Zwei Zahlen, die den Rahmen setzen und die man vor der ersten größeren Bestellung kennen sollte.
Der Bestand verteilt sich auf mehr als zweihundert Anbieter, und der größte davon stellt etwa ein Sechstel. Ein Posten aus einer einzigen Anzeige stammt also aus einer Quelle, mit einem Registrierungsverfahren, einem Zeitfenster und einem Adressbereich. Ob dieser Posten trägt, ist damit eine Aussage über einen Anbieter und nicht über den Markt, und deshalb sagt eine gute Erfahrung mit einer Anzeige nichts über die nächste.
Daraus folgt die einzige Vorsichtsmaßnahme, die wirklich etwas bringt: Erst eine kleine Menge, dann prüfen, dann die große. Und zwar so:
- Melden Sie sich bei jedem gelieferten Konto sofort an, in derselben Sitzung, und prüfen Sie, ob der Zugang das Schließen des Browsers übersteht.
- Verteilen Sie die Anmeldungen nicht auf einen Nachmittag. Zehn Anmeldungen aus derselben Verbindung in zehn Minuten sind selbst ein Muster.
- Prüfen Sie, ob die genannten Zugangsdaten für die zweite Stufe tatsächlich einen gültigen Code erzeugen, bevor Sie sie brauchen. Wie das geht, steht im Beitrag zum TOTP-Generator.
- Warten Sie zwei Tage und melden Sie sich erneut an. Ein Posten, der stirbt, stirbt selten in der ersten Stunde.
Was auf dem hiesigen Instagram-Regal wie zusammengesetzt ist und wovon der Preis dort am stärksten abhängt, steht auf der Seite zu Instagram-Konten. Was bei der Übernahme in den ersten Minuten zu tun ist, steht im Beitrag zur Kontosicherheit, und welche Sicherheitsabfragen beim Anmelden auftreten, im Beitrag zum verdächtigen Anmeldeversuch.

